Terri Shiavo

Terri Schiavo (* 3. Dezember 1963; † 31. März 2005) – allgemein Terri Schiavo oder Terri Schindler-Schiavo genannt – war eine US-Amerikanerin aus Saint Petersburg (Florida), die bei einem Zusammenbruch eine durch Sauerstoffmangel ausgelöste schwere Gehirnschädigung erlitten hatte und sich infolge dessen von 1990 bis zu ihrem Tod 15 Jahre lang im Wachkoma befand.

The Terri Shiavo Foundation - ausführliche Darstellung von Terri Shiavos Geschichte

Terri Shiavo litt an Bulimie. Als Folge dieser Essstörung kam es am 25. Februar 1990 zu einem Kaliummangel, der einen vorübergehenden Herzstillstand verursachte. Durch die dabei aufgetretene Unterversorgung mit Sauerstoff wurde ihr Gehirn schwer geschädigt und sie fiel in ein Wachkoma (Apallisches Syndrom).

Laut Ansicht der behandelnden Ärzte wäre es nicht mehr möglich gewesen, Terri Schiavo aus diesem Koma wieder aufzuwecken, da das Gehirn zu großen Schaden erlitten hatte. Der Cortex cerebri (die Großhirnrinde) sei fast vollständig atrophiert (verschwunden). Dies konnte bei der Autopsie nach ihrem Tode bestätigt werden. Somit wäre sie bei einer Durchsetzung der Wiederaufnahme lebenserhaltender Maßnahmen weiterhin als Komapatientin ans Krankenbett gefesselt geblieben. Die von ihren Eltern vertretene Ansicht, eine Heilung oder auch nur signifikante Besserung sei möglich, wurde nur von wenigen Fachleuten geteilt.

Der Fall Terri Shiavo erregt weltweit Aufmerksamkeit durch die juristische und ethische Auseinandersetzung um die Frage, ob Terri Shiavo künstlich am Leben erhalten werden sollte. Der Ehemann, der Terris Wunsch, bei unheilbarer Krankheit nicht künstlich am Leben erhalten zu werden, erfüllen wollte, stritt sich mit den Eltern, die auf eine Besserung des Zustands hofften.

Nach einem langen Rechtsstreit wurde die Ernährungssonde schliesslich entfernt. Terri Schiavo starb 13 Tage später am 31. März aufgrund von Wassermangel. In den letzten Tagen ihres Lebens hatte sie Morphin erhalten, um Schmerzen, die durch den Wasserentzug aufgetreten sein konnten, zu lindern, da es umstritten ist, ob Wachkoma-Patienten noch Schmerzen erleiden können oder nicht.

Schiavos Leichnam wurde nach übereinstimmendem Willen ihres Ehemanns und ihrer Eltern obduziert, um das Ausmaß ihrer Hirnschädigung zweifelsfrei zu klären. Es wurde dabei festgestellt, dass sie so schwer hirngeschädigt war, dass keine Behandlung eine Verbesserung ihres Zustandes hätte bewirken können. Nach Angaben des Gerichtsmediziners Jon Thogmartin wog das Gehirn der jungen Frau nur rund die Hälfte eines normalen menschlichen Gehirns. Terri Schiavo sei blind und auch sonst nicht in der Lage gewesen, ihre Umwelt wahrzunehmen. Es wurden keine Anzeichen einer Misshandlung festgestellt. Die genaue Ursache des ursprünglichen Zusammenbruchs konnte nicht geklärt werden.

Quelle:
Wikipedia