jugendschutz.net

jugendschutz.net kontrolliert das Internet und sorgt für die Einhaltung des Jugendschutzes.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich jugendschutz.net auch mit der "Verherrlichung von Essstörungen".
Die Organisation ist der Meinung, Online-Angebote würden Jugendliche in ihrer Magersucht oder Bulimie bestärken. Hier fänden essgestörte Jugendliche Websites und Foren, die die Krankheit verherrlichen, verharmlosen oder als erstrebenswerten Lifestyle präsentieren. Diese Angebote, die in der Szene verniedlichend als "Pro-Ana" (= Anorexia nervosa für Magersucht) und "Pro-Mia" (= Bulimia nervosa für Ess-Brech-Sucht) bezeichnet würden, würden betroffene Jugendliche in ihrem gestörten Essverhalten bestärken und sie weiter in die Sucht treiben.

jugendschutz.net hat festfestellt, dass 80 Prozent der Angebote jugendgefährdend seien.
In den vergangenen Jahren habe die Organisation 650 solcher Angebote auf ihre Jugendschutzrelevanz überprüft, wobei es sich um Blogs, Foren und Web 2.0-Angebote wie Videoplattformen und Soziale Netzwerke handle. Die Mehrheit der gesichteten Angebote, rund 80 Prozent, habe gegen den Jugendschutz verstoßen, weil sie Essstörungen propagierten.

jugendschutz.net bietet ausführliche Informationen zur Einschätzung bestimmter Angebote als jugendgefährdend:
Pro-Ana-Angebote im Internet (Recherchebericht, PDF, 1,2 MB)
Indizierung eines deutschsprachigen Pro-Ana-Blogs (Indizierungsbegründung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, PDF, 0,2 MB)

Gegen solche unzulässigen Inhalte im Netz gehe jugendschutz.net vor und wirke darauf hin, dass sie gelöscht oder indiziert werden. Eine indizierte Website darf in Deutschland Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht, verlinkt oder beworben werden. Im Fall der Pro-Ana-Angebote habe jugendschutz.net mit seinen Maßnahmen in über 80 Prozent der Fälle Erfolg.

Da Pro-Ana-Angebote vor allem in Foren und im Web 2.0 zu finden sind, versuche jugendschutz.net insbesondere Betreiber solcher Plattformen für das Thema zu sensibilisieren. Um diejenigen von ihnen zu unterstützen, die Angebote löschen wollen, hat jugendschutz.net die Webseite www.anaundmia.de eingerichtet, die an Stelle unzulässiger Pro-Ana/Mia- Angebote platziert werden kann. Sie präsentiert aufklärende Informationen und Links zu Beratungsstellen und leitet so Betroffene zu seriösen Hilfsangeboten weiter.

Informationen, woran gefährliche Pro-Ana-Angebote zu erkennen sind, und Tipps, was Betroffene und Eltern tun können und wo sie Hilfe finden, bietet das Faltblatt "Wer ist Ana?", das jugendschutz.net zum kostenlosen Download bereit stellt. Ausführlichere Informationen finden Eltern, Fachkräfte und Provider in der vom Bundesfamilienministerium herausgegebenen Broschüre "Gegen Verherrlichung von Essstörungen im Internet".

Wer ist Ana? - Verherrlichung von Essstörungen im Internet (Faltblatt, PDF, 2,7 MB)
Gegen Verherrlichung von Essstörungen - Ein Ratgeber für Eltern, Fachkräfte und Provider (Broschüre des Bundesfamilienministeriums, PDF, 0,7 MB)

Quelle:
jugendschutz.net